„Gib alles“, „Du schaffst das“ und „Wolfgang für uns“ hielten zahlreiche Telgter am Montagnachmittag in die Höhe, als Wolfgang Pieper beim Bürgermeisterquiz gefordert war. Doch trotz allen Rückhalts bei der WDR 2-Aktion „Für eine Stadt“: Am Ende standen „nur“ vier von zehn möglichen Punkten auf der Habenseite.

Bereits beim „Robokepper“-Duell hatten die Hoffnungen der Emsstadt einen ersten Dämpfer bekommen, keiner der drei Schützen traf. Mit Bravour wurde die Stadtaufgabe gelöst. Volle Punktzahl und ein Sonderlob gab es von Moderatorin Steffi Neu. „Das habt Ihr toll gemacht“, sagte sie. So reichte es am Ende nur für einen Platz im Mittelfeld, und das Open-Air-Konzert findet woanders statt.

Doch von Enttäuschung war am Ende nicht viel zu spüren. „Wir haben gezeigt, was wir können“, freute sich Chef-Organisator Norbert Woestmeyer von der Hanse über den breiten Rückhalt.

Der war nicht nur bei der Stadtaufgabe zu sehen. Die geforderte Zahl von 775 Dosen fürs „Treffen in Telgte“ war deutlich übertroffen worden. Ein Farbenhersteller aus Münster hatte eine Palette mit mehr als 500 Blechbehältern geliefert, und die Küche des Rochus-Hospitals hatte gesammelt, was das Zeug hält. „Und da erzählen die in einem Krankenhaus immer, dass alles frisch gekocht wird“, sagte Moderatorin Steffi Neu lachend beim Blick auf die Riesen-Dosen.

Ob Papst Benedikt XVI., Augustin Wibbelt, Günter Grass oder Karl May: Die großen Schriftsteller der Weltliteratur gaben sich ebenfalls auf dem Marktplatz ein Stelldichein, und auch dieser Teil der Stadtaufgabe wurde problemlos gelöst. Für die passende Verkleidung hatte unter anderen Dr. Thomas Ostendorf mit seinen Verbindungen gesorgt. Ein großer Fundus in Burgsteinfurt öffnete eigens für diesen Zweck seine Pforten.

Dass Münsterländer – entgegen anderslautender Gerüchte – trotz bitterer Kälte in Sekundenbruchteilen in Punkto Stimmung von 0 auf 100 kommen können, das hatten die Telgter bereits morgens bewiesen, als die Tagesaufgabe verkündet wurde. „Ich habe das Gefühl, Ihr seid besonders gut drauf“, sagte Steffi Neu.

Richtig spannend war es mittags, als Murat Demiröz (SG) zusammen mit der Ex-Nationalspielerin Kerstin Stegemann und Daniel Kimmina (SV Ems) versuchte, den computergesteuerten Torwart namens „Robokeeper“ zu überwinden. Obwohl alle drei beim Training gezeigt hatten, dass sie ihn austricksen können, klappte es im finalen Durchgang nicht. Es gab nur null Punkte – trotz der Anfeuerungsrufe einiger Hundert Telgter, die sich rund um den „Fußball-Käfig“ versammelt hatten.

„Ich hätte mich sehr gefreut, wenn wir zumindest einen Ball versenkt hätten, aber es hat leider nicht gereicht“, war Murat Demiröz genauso wie seine beiden Mitstreiter am Ende ein wenig enttäuscht.

Als Dankeschön für ihren Einsatz in Telgte bekam Ex-Nationalspielerin Kerstin Stegemann nach dem Wettbewerb von Niklas Altefrohne eine Torte im Fußball-Design überreicht, die er zusammen mit seiner Mutter Inga gebacken hatte.

Nicht nur die Kinder hatten ihren Spaß, als Moderatorin Steffi Neu nach der gelungenen Stadtaufgabe „Feuer frei“ auf die Dosen gab. Mit Tennisbällen und anderen Geschossen waren die Blechbüchsenstapel in kurzer Zeit abgeräumt. Und auch das anschließende Aufräumen klappte in Teamarbeit in Minutenschnelle. „Telgte ist einfach vorbildlich“, sagte die Moderatorin.

Dass das so ist, zeigte auch ein Zusatzvorschlag, den Melanie Lehfer morgens unterbreitet hatte. In Anlehnung an einen Ausspruch von Moderatorin Steffi Neu, „Eigentlich könnten wir heute eine Aprés-Ski-Party feiern“, regte sie an, eine solche Party zu organisieren. Zahlreiche Telgter Skifans vervollständigten das bunte Bild auf dem Marktplatz.

 

Text: WN, Andreas Große Hüttmann