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Unwetter über Telgte
Über 100 Einsätze in wenigen Stunden
Zahllose umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, Schäden an Autos und Häusern sowie mehr als 100 Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr: Das ist die erste Bilanz des schweren Gewitters, das in der Nacht von Montag auf Dienstag stundenlang – vor allem in Telgte – für Chaos sorgte. In Westbevern war die Situation weniger dramatisch. Zwar gab es auch hier kräftige Windböen und Gewitterregen, allerdings verzeichnete die Wehr dort nur sieben Einsätze.
Vermutlich ewig in Erinnerung werden die Heidker-Schützen den Ball zu Ehren ihrer neuen Majestät behalten. Denn das heftige Gewitter wirbelte den abendlichen Festverlauf mächtig durcheinander. Gerade wollten Mitglieder der Schützenbruderschaft St. Hubertus Vechtrup gratulieren, da legten Sturm und Regen richtig los. Den Bereich unter dem schweren Kronleuchter in der Mitte des Festzeltes sperrten die Verantwortlichen sofort, und Schützenbrüder sorgten an den Ecken des Zeltes dafür, dass dieses nicht abhob. Denn die schweren Erdanker wurden nach Angaben von Mitfeiernden durch die Böen immer wieder etliche Zentimeter aus dem Boden gehoben. Schließlich wurde das Zelt evakuiert, und die Feiernden fanden vorübergehend in einer Scheune des Hofes Rüter Zuflucht.
Um 22.19 Uhr war die abendliche Ruhe für Stadtbrandmeister Alfons Huesmann und ein Team von über 50 Feuerwehrleuten vorbei. Denn ab diesem Zeitpunkt gab es so gut wie einen Einsatz nach dem anderen. „Ich kann keinen Bereich Telgtes benennen, in dem wir nicht helfen mussten“, sagte Huesmann.
Besonders schwer traf des die Einener Straße. Vom Tennisheim bis zum Krankenhaus Maria Frieden gab es eine regelrechte Spur der Verwüstung. Zahllose Bäume kippten um, viele Äste krachten auf Straßen und Wegen nieder. Kurz vor Mitternacht wurde die Straße gesperrt. Den ganzen Tag über waren Mitarbeiter des Bauhofes dort im Einsatz, um die Spuren des Gewitters zu beseitigen. „Wir werden vermutlich noch einige Tage zu tun haben, um alle Schäden zu beseitigen“, hieß es auf Anfrage aus dem Rathaus.
Den wahrscheinlich größten Sachschaden gab es in der Nähe des Emshofes. Dort stürzte eine alte Eiche auf das Dach einer restaurierten Scheune und beschädigten diese schwer.
Einem See glich die Westbeverner Straße in Höhe Klatenberg in der Nacht von Montag auf Dienstag. Der Starkregen und Schlammmassen hatten für verstopfte Gullys gesorgt. Nach Angaben der Feuerwehr war die Straße auf einer Länge von mehr als 300 Metern etwa 40 Zentimeter tief unter Wasser.
Gesperrt werden mussten auch große Teile des Marktplatzes. Äste von der Linde vor dem Rathaus drohten auf das Pflaster zu fallen.
Im Dauereinsatz waren auch die Mitarbeiter der Stadtwerke ETO. An der Ignaz-Reimann-Straße kam es zu einem längeren Stromausfall. Zudem waren durch umstürzende Bäume oder Äste immer wieder Leitungen unterbrochen und einzelne Höfe zeitweilig von der Versorgung abgeschnitten, so Geschäftsführer Winfried Münsterkötter.
Text und Fotos: WN