Die Fraktionsvorsitzenden Christoph Boge (CDU) und Karin Horstmann (FDP) haben sich in einem Schreiben zum Feuerwehrstandort Nord geäußert. Darin heißt es: "Mit Verwunderung haben wir der Presse entnommen, dass der Bürgermeister gegenüber den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erklärt hat, er rechne mit der Baugenehmigung für den Nordstandort im Frühjahr und werde an diesem Thema dran bleiben."

Boge und Horstmann bezweifeln diese Sichtweise: "Der Bürgermeister hat die für den Bau des Nordstandortes vorgesehenen Mittel bereits aus seinem Haushaltsentwurf für das Jahr 2014 herausgestrichen. Und auch in seinem Haushaltsentwurf für 2015 und in seiner mittelfristigen Finanzplanung bis zum Jahr 2017 sieht er keine Mittel hierfür vor", schreiben sie.

Das bestätigt auch Pieper, sieht die fehlenden finanziellen Mittel aber nicht im Widerspruch zu voranschreitenden Planungen sieht. Das Gebäude an der Ritterstraße sei abgängig. Auch daher sei eine Alternative unumgänglich – und die, das stellt Pieper explizit fest: "Ist vom Rat seinerzeit mit großer Mehrheit mitgetragen worden." Soll heißen, zumindest die CDU habe die Planung, an der sie nun etwas auszusetzen haben, im Rat befürwortet.

Boge und Horstmann sehen das anders: "Die Planungen sind schon jetzt veraltet und nicht mehr umsetzbar", schreiben sie. Als Beispiel führen sie die kalkulierten Kosten ins Feld. Diese hätten 2012 bei 987.000 Euro gelegen. Angesichts der Kostensteigerung im Baugewerbe steht für die Fraktionsvorsitzenden fest, dass die vereinbarte Kostengrenze von einer Million heute nicht mehr einzuhalten sei. Sie resümieren: "Die Planungen sind gescheitert und die bisher getätigten Ausgaben von 127.000 Euro sind buchstäblich in den Sand gesetzt. Der Nordstandort wird ganz sicher nicht wie geplant gebaut werden können."

Freilich hat Wolfgang Pieper eine andere Sichtweise der Dinge. Für ihn steht fest, dass der Nordstandort, Teil des gesamten Feuerwehrkonzeptes in Telgte, auf keinen Fall, wie neuerdings auch von der CDU ins Gespräch gebracht, an der Ritterstraße bleiben kann. "Das kann und darf dort nur noch ein Übergang sein", urteilt Pieper. Die Planungskosten seien daher in keiner Weise herausgeschmissenes Geld. CDU und FDP rät der Bürgermeister im Bezug auf die Ritterstraße, sich einmal mit den Betroffenen, also den Feuerwehrleuten, zusammenzusetzen. "Bevor man sich da festlegt, sollte man sich die Fakten anschauen", meint der Bürgermeister und betont, dass nicht nur das Gebäude abgängig sei, sondern auch entsprechende Baugenehmigungen, etwa für notwendige Umbauten, für diesen Standort schwer bis gar nicht zu bekommen seien.