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Tornado in Telgte: Verdacht bestätigt
Starke Sturmböen haben in Telgtes Nordwesten große Schäden angerichtet. Der Dienst Kachelmannwetter schrieb am Abend bei X, da es mehrere Videos gebe, sei ein Tornado in Telgte „wohl bestätigt“.
Was Augenzeugen schon am Freitag berichteten, haben Experten nun bestätigt: Durch Telgte ist ein Tornado gezogen. Ein relativ kleiner zwar und nur für kurze Zeit, aber im Gewerbegebiet Kiebitzpohl und in den Bauerschaften verursachte er große Schäden.
Mehrere Gebäude – unter anderem bei Bolle und bei Raiffeisen – wurden schwer beschädigt. Container flogen durch die Luft. Am Münstertor fielen zudem Bäume um. Wegen umgestürzter Bäume musste zwischenzeitlich auch die B51 gesperrt werden.
Die schlimmsten Verwüstungen verursachte der Sturm auf dem Betriebsgelände der Firma Bolle. Doch auch die Nachbarfirmen Bils, Beuing, Pohlmann und Raiffeisen wurden teils erheblich beschädigt. Die Freiwillige Feuerwehr Telgte war mit Unterstützung der Feuerwehren aus Ostbevern und Everswinkel vor Ort. Die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und das THW waren im Dauereinsatz. Personen kamen – bis auf einen leicht verletzten Mitarbeiter von Raiffeisen – nicht zu Schaden.
Andreas Möllers und einige weitere Raiffeisen-Mitarbeiter erlebten das Chaos hautnah. „Ich habe noch nie so viel Angst gehabt, als die PV-Teile vom Silodach stürzten und über den Platz fegten. Wir sind um unser Leben – in sichere Räume – gerannt.“ Lediglich ein Mitarbeiter habe leichte Verletzungen erlitten.
Hermann Bolle stand der Schreck noch im Gesicht: „Ich saß in meinem Auto und sah, wie die zwei größten Bäume außerhalb des Firmengeländes weiß wurden und anfingen zu zittern.“ Dann sah er das Unheil auf sich zukommen. Er vergrub sich in seinem Fahrzeug und wartete, bis die Böen, nachdem sie eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatten, abgezogen waren. Ein Container, der bei Landschaftsbau Pohlmann an der Rudolf-Diesel-Straße stand, wurde von den Böen etwa 200 Meter über die Straße gezogen, durchschlug einen Sicherheitszaun und landete in einem Löschteich.
Die Freiwillige Feuerwehr war an mehreren Einsatzorten aktiv, um die Sicherheit der Bewohner und Mitarbeiter zu gewährleisten. Mitarbeiter der betroffenen Firmen und die Freiwillige Feuerwehr waren damit beschäftigt, weggeflogene Teile zu sichern und die Schäden zu beheben.
Text: wn.de