Der stellvertretende Stadtbrandmeister Carsten Einhoff musste bei seiner Manöverkritik am Ende selbst ein wenig schmunzeln. „Die drei Übungsopfer wurden unglaublich schnell gefunden, deutlich schneller als von den Organisatoren geplant.“ Eigentlich war damit das Hauptziel der Sommerübung auf dem Hof Boge im Rekordtempo erreicht, doch trotzdem zeigten die Mitglieder Wehr noch einige Zeit, was sie – sonst noch – alles gut können.

Denn nach zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen war Feuerwehrmitgliedern, Zuschauern und Bürgermeister Wolfgang Pieper gleichermaßen anzumerken, dass bei dieser Übung Erleichterung mitschwang. „Es ist schön, dass ihr endlich wieder zeigen könnt, was ihr in den vergangenen Monaten gelernt und geübt habt“, sagt Pieper.

Die Übung, die von Gunnar Schlecht und Udo Bubbel vorbereitet worden war, verlangte den Mitglieder der beiden Löschzüge Telgte und Westbevern einiges ab. Angenommen wurde, dass es durch einen technischen Defekt an einer Fütterungsanlage zu einem Brand in einem Putenstall auf dem Hof Boge gekommen war. Beim Eintreffen der ersten Kräfte schlagen die Flammen bereits aus dem Gebäude. Zudem hat das Feuer mittlerweile auf eine nahe Maschinenhalle übergegriffen und zudem werden in diesem Gebäude drei landwirtschaftliche Helfer vermisst.

Nicolas Kreienbäumer, stellvertretender Löschzugführer Stadt, hatte die Einsatzleitung und alle Hände voll zu tun. Verschiedene Abschnitte wurden gebildet, denn neben der simulierten Menschenrettung ging es zudem auch um das Löschen des Brandes sowie den Schutz angrenzender Gebäude und technischer Anlagen.

Ganz in die Karten schauen ließ sich am Ende Carsten Einhoff nicht. „Zwei, drei Kleinigkeiten sind uns aufgefallen, das Gros war aber richtig gut“, sagte er bei der öffentlichen Manöverkritik vor mehr als 50 Zuschauern, darunter etliche Ratsvertreter sowie Nils Kutscher vom Ordnungsamt. Diese Kritikpunkte würden beim nächsten Dienstabend besprochen und gegebenenfalls nachgeschult.

„Telgte ist stolz auf Euch“, sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper am Ende der Sommerübung und meinte damit nicht nur das auf dem Hof Boge gezeigte. Denn er hatte an diesem Abend auch die ehrenvolle Aufgabe, Tibor Ackermann, Michael Lott, Dirk Kimmina und Thomas Kemming für ihre Hilfe bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal mit der Feuerwehr-Katastrophenschutz-Einsatzmedaille auszeichnen zu können.

40 andere Wehrmitglieder bekamen für ihr großes ehrenamtliches Engagement in ihrer Freizeit die Jubiläums-Ehrenamtskarte verliehen. Mit dieser sind einige Vergünstigungen verbunden.

Im Anschluss an die Auszeichnungen klang die Übung am Grill gemütlich aus. Ein Dank der Wehr ging an die Familie Boge für die Kooperation.

 

Text: wn.de, Fotos: Feuerwehr Telgte