Die Unwetter der vergangenen Tage zogen sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Richtfest für die neue Feuer- und Rettungswache an der Alverskirchener Straße. Denn nicht nur Architekt Reinhard Martin hatte "beste Erfahrungen" mit den Ehrenamtlichen gemacht, als der Bauplatz von Regenmassen geflutet wurde und er und sein Team gleichsam im Baucontainer "gefangen" waren. Auch Bürgermeister Wolfgang Pieper und Landrat Dr. Olaf Gericke lobten die Arbeit der Ehrenamtlichen, die auf höchstem Niveau Hilfe geleistet hätten und dafür nicht nur professionelle Geräte, sondern auch eine ebensolche Gebäudeausstattung benötigten. "Insofern ist das ein guter Tag für die Feuerwehr, den Rettungsdienst und ganz Telgte", betonte Pieper.

Er erinnerte aber auch an die zahlreichen Hürden, die das Projekt überwinden musste - bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen. "Ich weiß sehr wohl, dass nicht nur eine solche Baustelle, sondern auch ein solches Projekt eine Menge Veränderungen und Belastungen mit sich bringen", sagte er an die Adresse der Nachbarn gerichtet. Gleichwohl, das machte er deutlich, hätten gerade ihre kritischen Stimmen und Kommentare dazu beigetragen, das Bauvorhaben etwa im Hinblick auf den Lärmschutz noch besser zu machen.

Andererseits dankte er aber auch der Freiwilligen Feuerwehr für ihre Geduld und konstruktive Begleitung eines Prozesses, der schon jahrelang laufe. "Zwischendurch war manchmal die Grenze des Zumutbaren überschritten." Insofern - sagte er trotz eines Blicks auf die Haushaltssperre und knappe Mittel der Stadt -, sei ein solches Richtfest auch eine gute Gelegenheit, einmal innezuhalten und dankbar für das zu sein, was bereits erreicht sei.

Landrat Dr. Olaf Gericke hob in seiner Rede etwa auf die Rettungswache ab, die vom Kreis gebaut wird. Er bezeichnete den Neubau als wichtig, um die Versorgung in Telgte und dem Umkreis weiter zu optimieren und den dort Tätigen vernünftige Arbeitsgrundlagen zu bieten.

"Auch wenn der eine oder andere vielleicht von der Größe der Wache erschlagen ist, sie ist notwendig", betonte Wehrführer Alfons Huesmann. Er sagte, dass der alte Standort nicht nur seit Jahren viel zu klein sei, sondern auch vielen aktuellen Anforderungen nicht mehr genüge. "Das wird bald der Vergangenheit angehören." Er bezeichnete Feuer- und Rettungswache als Rettungszentrum, das zukunftsweisend sei.