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Im Rathaus brennt es
„Im Rathaus brennt es“, hat es am Wochenende in Ostbevern geheißen. Dabei handelte es sich allerdings um eine geplante Großübung mit mehrere Wehren, die es ausnutzten, dass das Rathaus kurz vor dem Abriss steht. Vor vielen Zuschauern wurden so acht Personen „gerettet“.
Ein Szenario, dass sich glücklicherweise im und am Rathaus nie real abgespielt hat, konnten die Zuschauer der Feuerwehrübung am Samstagnachmittag verfolgen. Eine Trainingseinheit nicht nur der örtlichen Wehr, sondern auch der Kameraden aus Glandorf, Schwege, Everswinkel, Alverskirchen, Telgte und Westbevern. Gute Teamarbeit war da gefragt und auch das Rathaus wurde durch dieses Großaufgebot auf seine letzten Tage noch einmal richtig gefordert.
Insgesamt gaben die rund 90 Wehrleute einen großen Überblick über das, was sie leisten können.
„Im Rathaus brennt es“, rief Bürgermeister Wolfgang Annen. Den Auftakt gaben dann einige Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr, die bildnerisch erklärten, wie der Notruf richtig abgesetzt wird. Acht Personen wurden im Gebäude vermisst, hieß es. Das gesamte Haus war verraucht, um den Umgang mit den Atemschutzgeräten trainieren zu können.
Nach und nach trafen die Wehren mit ihren Löschfahrzeugen ein, darunter auch das Drehleiterfahrzeug aus Telgte. „Die Sirenen sind aber laut“, war von einem erstaunten Beobachter zu hören. Mehrere hundert Schaulustige ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, das Geschehen gespannt zu verfolgen. Gaffen war ausnahmsweise erlaubt, das Handy für die Aufnahme einer Filmszene zücken, ebenso. „Die Besucher sollen Feuerwehr einmal live erleben“, erklärte Ferdinand Haverkamp, Einsatzleiter der Großübung.
In vier Abschnitte waren die Arbeitsbereiche für die Wehren aufgeteilt. Die Kameraden aus Telgte etwa waren für die Riegelstellung, also ein Verhindern des Feuers auf Nachbargebäude, verantwortlich. „Diese Lageeinweisung haben wir hier erst bekommen“, erklärte Benjamin Schürholt. „Die Wasserversorgung hat wunderbar geklappt“, lobte der Brandoberinspektor aus Telgte. Einen Übungsort wie diesen zu haben, sei toll. Zumal so verschiedene Szenarien geprobt werden konnten. Für die Wasserversorgung wurde hinter dem Rathaus ein faltbares Löschwasserbecken aufgebaut. Dort kam auch die Jugendwehr zum Einsatz, die ihren eigenen Löschangriff probte. Aufgrund des Löschwassers in der Höhe und einer leichten Brise konnten sich die Zuschauer über Erfrischung freuen. Involviert in die Großübung war auch das örtliche DRK sowie der MHD Brock.
Unter den Besuchern war Edeltrud Schwaer, die ebenfalls ihre Anerkennung äußerte: „Alles ging Hand in Hand“, hatte sie beobachtet. „Es hat alles kameradschaftlich geklappt.“
Das betonte auch Ferdinand Haverkamp. „Diese Großübung mit den Wehren war hundertprozentig hervorragend“, freute er sich. Das Ziel, eine große Anzahl Wehrleute in einer örtlich begrenzten Einsatzstelle üben zu lassen, habe man sehr gut erreicht. Funkverbindungen und Absprachen seien gelungen. „Alle haben von der Übung sicherlich profitiert“, so der Wehrkamerad.
Text und Bilder: wn.de