Der Brandschutzbedarfsplan der Stadt Telgte hat die letzte Hürde im Rat genommen. Allerdings war es kein leichter Weg dorthin, bestand nach einigen Änderungsvorschlägen der CDU-Fraktion sowie Anfragen der Grünen noch erheblicher Diskussionsbedarf. Insbesondere die Auflösung der Löschgruppe Raestrup bereitete den Ratsmitgliedern Bauchschmerzen.

„Wir sollten den Standort der Raestruper Wehr nicht sofort aufgeben, sondern vielmehr ein halbes Jahr lang prüfen, wie die Versorgung Raestrups klappt“, sagte Marian Huesmann (Grüne). Erst nach der Ermittlung neuer Daten solle über diesen Punkt neu entschieden werden.

„Von acht Feuerwehrleuten, die in Raestrup wohnen, stehen lediglich zwei tagsüber zur Verfügung“, berichtete Bürgermeister Wolfgang Pieper. Damit sei ein Gruppenfahrzeug nicht zu bestücken, was den Brandschutzsachverständigen dazu bewogen habe, die Löschgruppe gänzlich aufzugeben. „Wir arbeiten an einem interkommunalen Projekt mit Warendorf“, ergänzte Stadtbrandmeister Alfons Huesmann. So könne Raestrup bei einem Notfall von zwei Seiten angefahren werden. Erfahrungswerte, ob so die Brandschutzziele erreicht werden, lägen aber noch nicht vor.

Auch die  CDU hatte sich mit dem Thema Wehr im Kirchspiel beschäftigt. „Wir sollten die Verwaltung beauftragen zu prüfen, ob eine Kooperation mit dem in Raestrup ansässigen Metallbetrieb möglich ist, so wie dies hier in Telgte mit Winkhaus der Fall ist“, sagte CDU-Fraktionsführer  Christoph Boge. Dies werde nicht ganz einfach, entgegnete der Bürgermeister. Zum einen läge der Betrieb auf Everswinkeler Gebiet, zum anderen gebe es nur zwei Feuerwehrmänner, die dort arbeiteten. „Es ist zudem offen, wie unsere beiden Kameraden in diesen Betrieb kommen.“

Im Rat fand sich schließlich eine Mehrheit dafür, die Löschgruppe Raestrup ein halbes Jahr weiter bestehen zu lassen und dann zu schauen, wie es weitergehen kann.

Keinen Zweifel ließ allerdings Karin Horstmann (FDP) daran, dass ihre Fraktion geschlossen gegen einen Standort Nord an der Kreuzung West- und Ostbeverner Straße sei. Der Bürgermeister hingegen warb darum, das dortige Gelände für einen Feuerwehrstandort weiter zu favorisieren, auch wenn das von Anwohnern beklagt wurde. „Wir gehen zwar davon aus, dass wir einen Standort Nord nicht brauchen. Wir sollten uns aber die Option offen halten, bis wir konkrete Zahlen haben, wenn wir Westbeverns Feuerwehrhaus neu oder umgebaut haben und die Umgehung Süd läuft“, sagte Boge.

 

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