Obwohl im Planungsausschuss kein Beschluss gefasst wurde und dort die Ablehnung zu einer raschen Realisierung des Feuerwehrsatelliten nördlich der Bahn überwog, konnte Wehrführer Alfons Huesmann die Sitzung einigermaßen entspannt verlassen. Grund: Die Mehrheitsverhältnisse im Planungsausschuss sind andere als im Rat. Während im Ausschuss CDU und FDP ihre Position hätten durchdrücken können, besitzen in der kompletten Stadtvertretung SPD und Grüne einschließlich Bürgermeister die Mehrheit. Und diese beiden Fraktionen ließen im Planungsausschuss erkennen, dass sie im Rat dem Verwaltungsvorschlag folgen werden.

Bis zu dieser Sitzung, die am 27. September stattfindet, wird es noch weitere Gespräche der Fraktionen mit der Feuerwehr und auch den beteiligten Fachplanern geben. Die CDU will dabei den Zeitplan für die Realisierung der großen Feuerwache an der Alverskirchener Straße zur Sprache bringen. „Das geht uns viel zu langsam“, so Christoph Boge.

Zurück zum Satelliten: Wie berichtet, soll er auf dem Parkplatz an der Kreuzung Ostbeverner/Einener Straße gebaut werden. Um Kosten zu sparen, wurde die Planung erheblich abgespeckt. Aber am Ende steht immer noch die Summe von zurzeit 987 000 Euro, weil die Gründung des Gebäudes aufwendig ist. Es können noch Ausgaben hinzukommen, gedeckelt werden sollen die Gesamtkosten aber auf eine Million Euro.

Immer noch zu viel, meinte die FDP: „Es will uns nicht in den Kopf, dass für einen kleinen Feuerwehrstandort so viel Geld ausgegeben werden soll“, bezeichnete Dr. Oliver Niedostadek diese Größenordnung als unverantwortbar.

 

Für die CDU hat die zügige Realisierung des Hauptstandorts an der Alverskirchener Straße Priorität. „Das muss deutlich beschleunigt werden“, forderte Christoph Boge. Seine Fraktion wollte sich zwar auf den Nordstandort festlegen, gebaut werden solle aber erst dann, wenn die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans vorliege, die große Wache fertig sei und mit ihr auch schon erste Erfahrungen gemacht wurden.

Das würde den Bau des Satelliten bis ins Jahr 2017 verzögern, warnte Bürgermeister Pieper. „Wir brauchen den Nordstandort ganz, ganz schnell“, unterstrich Alfons Huesmann. Sonst komme die Stadt in die Situation, noch mal in das marode Feuerwehrhaus an der Ritterstraße investieren zu müssen. „Und da würde dann viel Geld verbrannt.“

 

Klaus-Werner Heger (SPD) teilte die Auffassung, dass die Wache an der Ritterstraße rasch eine Entlastung benötige. Die Einsparmöglichkeiten am Zuschnitt der neuen Dependance hält er für ausgereizt. „So ein Kasten kostet nun mal eine bestimmte Summe.“

Auch die Grünen, so Dr. Christoph Grünewald, stünden weiter hinter dem Standort und dem Zeitplan. Wenn man jetzt auf die Bremse trete, gefährde man auch die Neuordnung des derzeitigen Feuerwehrstandorts in Verbindung mit der Volksbank. Die Kostenunsicherheit machte allerdings auch den Grünen zu schaffen: „Kommt da noch was?“ Vor Überraschungen sei man nie gefeit, so Simone Mattedi vom Büro kplan. Aber nach heutigem Stand seien alle Kosten berücksichtigt. Ziel von Stadtverwaltung und Feuerwehr ist es, im Frühjahr 2013 mit dem Bau des Satelliten zu beginnen.