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Ein Profi als Chef der Wehr
Ein Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. "Wir wollen nicht, dass es zu dieser Situation kommt", sagt Bürgermeister Wolfgang Pieper. Einmal mehr beschäftigte ihn und seinen Fachbereichsleiter Thomas Riddermann das enorme ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr. Sie nahmen das zusammen mit Stadtbrandmeister Alfons Huesmann erneut unter die Lupe.
"Wir haben in den vergangenen drei Jahren vieles erreicht, angefangen von der technischen Verbesserung, dem Vorantreiben des Baus neuer Wachen und der organisatorischen Umstrukturierung der Wehr", sagt Telgtes Erster Bürger. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und der stetig steigenden Anforderungen an die Kameraden sei aber klar, so Pieper: "Wir müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessern, um hier vor Ort eine schlagkräftige, ehrenamtlich arbeitende Feuerwehr zu behalten." Die Belohnung müsse deutlich über ein Dankeschön bei der Jahresversammlung der Wehr hinausgehen. "Wir müssen prüfen und in den Ratsgremien diskutieren, ob eine Teilprofessionalisierung der Wehrführung sinnvoll und finanziell leistbar ist", so der Bürgermeister.
Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger in der Stadt und in Vereinen zu schmälern – "ohne die unser Telgte nicht so lebenswert wäre wie es ist" –, sei die Tätigkeit der Kameraden und der Rettungskräfte der Malteser und des DRK von anderer Qualität, betonte Wolfgang Pieper. "Die Anforderungen an die im Rettungsdienst Tätigen erfordert bei Notfällen und bei Hilfeleistungen professionelles Handeln, das nur durch mehrjähriges Qualifizieren möglich ist." Die Rettungskräfte seien für Leib und Leben Anderer verantwortlich, "und das permanent und mit einem enormen persönlichen und zeitlichen Aufwand".
"Die Anforderungen sind tatsächlich enorm gestiegen", berichtet Huesmann. Schon in der Grundausbildung sei in den vergangenen zehn Jahren der Aufwand von 80 auf 160 Stunden angewachsen, "die in der Regeln an Wochenende abgeleistet werden", so der Stadtbrandmeister. Danach folgten zahlreiche Weiterbildungen vom Maschinenlehrgang bis zur Atemschutzausbildung. Und die Ausbildung der Führungskräfte vom Brandmeister bis zu den Brandinspektoren und Zugführern betrage über mehrere Jahre viele Wochen.
"Hinzu kommt natürlich die Belastung bei den Einsätzen, die auch Auswirkungen auf die Familien hat", sagt Bürgermeister Pieper. Handlungsbegleitend müsse daraus abgeleitet werden, die größtmögliche Unterstützung durch die Stadt zu sichern. Nicht nur hinsichtlich der Rahmenbedingungen mit modernem technischen Gerät und einer zeitgemäßen Wachen, sondern auch hinsichtlich der Arbeitsbedingungen.