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„Die ersten Minuten sind wichtig“
Die strukturierte Vorgehensweise in den ersten Minuten nach einem Unglück mit mehreren Verletzten: Das haben Rettungsorganisationen und Notärzte gemeinsam am Schulzentrum geübt.
Es ist etwas am Schulzentrum passiert: Zwei verwirrte Personen irren über den Schulhof. Genau können sie sich nicht daran erinnern, was gerade geschehen ist. Drei andere Arbeiter liegen unter den Trümmern eines Gerüstes, bewegen sich nicht mehr. Überall klaffen Wunden, zwei der Verletzten geht es gar nicht gut.
Das war am Freitagabend die angenommene Lage für eine gemeinsame Übung verschiedener Rettungsorganisationen sowie hier tätiger Notärzte. In der unübersichtlichen Lage behielt die Leitende Notärztin die Ruhe: „Es müssen noch mehr Kräfte anrücken.“
Zusammen mit den Sanitätern und der Unfalldarstellung des DRK Telgte, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sowie den Maltesern Warendorf wollten die Notärzte des Franziskus-Hospitals etwas ganz Besonderes üben: die ersten Minuten nach einem MANV, einem Massenanfall von Verletzten.
„Es ist besonders wichtig, gerade am Anfang eine Struktur in den Einsatz zu bekommen“, so Holger Rameckers, Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes Telgte. Dabei habe man sich an der Realität orientiert. „Ein Unfall mit fünf oder sechs Verletzten kommt öfter vor.“
Um den Kräften die Arbeit zu erleichtern, hatte der Notarzt in Zusammenarbeit mit Carsten Einhoff von der Feuerwehr Telgte eine Liste mit Handlungsschritten entwickelt: „Die Liste gibt es schon in anderen Kreisen. Wir wollen sehen, wie wir damit klarkommen und ob sich so etwas etablieren kann.“
In der Zwischenzeit läuft der Einsatz auf Hochtouren. Schnell wird klar: Einige Opfer sind schwerstverletzt, andere haben Glück gehabt. Auf Vakuummatratzen werden die Verwundeten für den Transport vorbereitet, die anderen haben noch ein bisschen Zeit. Auch der Mangel vom Anfang, die wenigen Helfer, ist mittlerweile behoben: Rund 40 Einsatzkräfte legen Hand an, um die Verletzten zu versorgen.
Nach rund 25 Minuten ist die Übung schon beendet. Rameckers ist zufrieden: „Alles hat gut geklappt, wie es auch sein sollte.“ Und wird die Liste nun eingeführt? „Das wird die Nachbesprechung ergeben“, so der Arzt.