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"Der deutlich bessere Standort"
Die Signale waren schon in den vergangenen Wochen deutlich herauszuhören und haben sich nun bestätigt: Die Stadtverwaltung bleibt nach einer erneuten umfassenden Überprüfung bei ihrem Vorschlag, die neue Feuerwache auf dem jetzigen Bolzplatz an der Alverskirchener Straße zu errichten.
Damit liegt der Ball nun wieder in der Hälfte der Ratsfraktionen. Sie haben am 28. September in einer Sondersitzung des Planungsausschusses (Beginn: 17 Uhr) und am 7. Oktober im Rat zu entscheiden, ob sie diesem Vorschlag folgen oder doch dem ehemaligen Betonwerk Bruens im Orkotten den Vorzug geben.
„Wir halten den Standort an der Alverskirchener Straße für sehr geeignet und in der Abwägung gegenüber Bruens für den deutlich besseren“, sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper am Freitag vor der Presse. Die Kritik dagegen lasse sich mit guten Argumenten entkräften. Er sei sich darüber im Klaren, dass wegen der Veränderungen, die es durch den Bau einer Feuerwache an dieser Stelle geben werde, nicht alle Applaus klatschen würden.
Die Stadtverwaltung stützt sich in ihrer Bewertung auf die feuerwehrfachliche Sicht von außen, die von Branddirektor Fritz Burrichter aus Münster vorgenommen wurde. Er gibt in seinem Gutachten der Alverskirchener Straße den Vorzug, unter anderem deshalb, weil bei Bruens jeweils nur eine Alarmausfahrt und Parkplatzzufahrt möglich seien. Dies erfordere Kreuzungsverkehre, und die seien laut Unfallverhütungsvorschrift „Feuerwehr“ zu vermeiden. Außerdem biete die Alverskirchener Straße bei geschlossener Schranke eine größere Rückstausicherheit.
Ein Sonderquerungsrecht der Bahn für die Feuerwehr am Standort Bruens lasse sich rechtlich nur sehr schwer durchsetzen und bringe in der Praxis keinerlei Vorteile, berichtete Bürgermeister Pieper über diesen Aspekt der neuerlichen Überprüfung. Wie berichtet, wird es künftig in jedem Fall nördlich der Bahn einen Satellitenstandort geben.
Was die Lärmimmissionen betrifft, ist Bruens gänzlich unproblematisch. An der Alverskirchener Straße würden hingegen laut schalltechnischem Gutachten in der Nacht die Grenzwerte überschritten. Nicht durch Martinshörner, die nicht unter die TA Lärm fielen, sondern durch Geräusche wie Türenschlagen, so Pieper. Hier will die Stadtverwaltung durch den finanziellen Puffer, den sie durch die wegfallenden Grunderwerbskosten erlangt, zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen. Außerdem solle der beabsichtigte Architektenwettbewerb Optimierungsvorschläge bringen. Genauso verspricht sich die Stadt von diesen Vorentwürfen Vorschläge, wie Freiräume geschaffen werden können, um einen Bolzplatz zu erhalten. Eine städtebauliche Einbindung der Feuerwache sei an der Alverskirchener Straße ohne Weiteres möglich, sagte Pieper.
Die Stadtverwaltung hat ihren Vorschlag für die anstehenden Beratungen vorab nicht noch einmal mit der Runde der Fraktionschefs abgestimmt, auch eine juristische Prüfung auf Gerichtsfestigkeit sei nicht erfolgt, unterstrich der Bürgermeister. Es sei einzig um die feuerwehrfachliche Eignung gegangen.
Die Bürgerinitiative „Pro Bolzplatz“ zeigte sich nicht überrascht über die Sitzungsvorlage der Verwaltung. „Wir machen weiter“, kündigte Cornelia Lipkow an. Bereits am Freitag leitete sie dem Bürgermeister einen offenen Brief zu, in dem weitere Fragen zur Standortsuche aufgeworfen werden, um deren Beantwortung gebeten wird.