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„Dann ist der Spiegel eben ab“
Diskussionen um Parksituation
Westbevern - Im Kramers Kamp ist es eng. Bisweilen zu eng, findet Gisela Böckmann. Die Feuerwehr sieht die Lage dagegen weniger aufgeregt.
Gisela Böckmann ärgert sich. Nicht erst seit gestern, sondern schon länger. Die Parksituation am Kramers Kamp in Westbevern, in dem sie wohnt, ist ihr ein Dorn im Auge: „Besonders abends und an den Wochenenden erschweren geparkte Fahrzeuge die Sicht, was vor allem ein Risiko für Fußgänger ist, zumal es auch keinen gekennzeichneten Fußgängerweg gibt. Außerdem wird dem Rettungstransport und Feuerwehrfahrzeugen die Durchfahrt in einer ohnehin schmalen Straße erschwert“, schrieb das Ehepaar Böckmann in einem Bürgerantrag an den Bauausschuss bereits vor einiger Zeit.
Darin berichtet Gisela Böckmann auch von einer persönlichen Erfahrung, als Sanitäter ihr Haus, der Vorfall liegt bereits ein paar Jahre zurück, nicht direkt erreichen konnten und zu Fuß ihren Weg fortsetzten mussten.
„Es ist eng dort“, räumt auch Stadtbrandmeister Alfons Huesmann ein, der mit der Anliegerin schon persönliche Gespräche geführt hat. Doch einen Bedarf, dort tätig zu werden, sieht er bislang nicht. „Im Grunde ist es die übliche Situation in Wohngebieten, auch in den neuen. Dort ist es ebenfalls eng“, sagt Huesmann, der vor allem die Anwohner selbst in die Pflicht nimmt, möglichst umsichtig zu parken. Auch in deren eigenem Interesse, denn während bei einer Bewegungsfahrt, wie sie derzeit aufgrund des neuen Einsatzfahrzeugs in Westbevern häufiger vonstatten geht, die Feuerwehr penibel darauf achtet, nichts zu beschädigen, könnte das im Einsatzfall ganz anders aussehen. „Man versucht vorbeizukommen, aber wenn es nicht passt, ist der Spiegel eben ab“, warnt Brandinspektor Klaus Schulte, Löschzugführer in Westbevern, gedankenlose Verkehrsteilnehmer.
Schulte gibt an, dass erst vor wenigen Tagen ein Feuerwehrfahrzeug erst durch den Kramers Kamp gekommen sei, als einer der Anwohner sein Fahrzeug versetzt hätte. „Das ging in dem Fall wohl schnell.“ Würden falschparkende Autos jedoch einen Einsatz behindern, würde das umgehend der Leitstelle gemeldet. Auf die Halter könnten im Nachhinein unangenehme Klagen zukommen, sagen Schulte und Huesmann unisono.
Gisela Böckmann geht diese Aufklärung nicht weit genug: „Es stellt sich die Frage nach überörtlichem Regelungsbedarf bzw. danach, wie schon vorhandene gesetzliche Vorschriften hier in Telgte und Westbevern ausgelegt und umgesetzt werden.“ Die Westbevernerin spricht in diesem Zusammenhang von einer zu laxen Einstellung in der Verwaltung und schlägt ihrerseits unter anderem Poller vor, um Autos an gewissen Stellen am Parken zu hindern und dafür auf einer nahen Wiese weitere Parkmöglichkeiten einzurichten.
Von Seiten der Feuerwehr versprach man bei einer Ortsbesichtigung mit unserer Zeitung zumindest, die Situation im Auge zu behalten und auch bei den Bewegungsfahrten, die derzeit dazu dienen, ein Gefühl für das neue Einsatzfahrzeug zu erlangen, häufiger den Kramers Kamp anzusteuern und sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.