Diesen  Heiligabend  werden die Mitglieder der Telgter Feuerwehr  sicher nicht vergessen: Denn zwei große Einsätze mit insgesamt fünf verletzten Personen, zwei wurden jeweils mit dem Rettungshubschrauber mit schwere Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen, sorgten dafür, dass die Ehrenamtlichen vom frühen Abend bis in die Nacht hin­ein nicht aus ihrer Einsatzkleidung kamen.

Um 17.32 Uhr wurden sämtliche Kräfte der Feuerwehr Telgte zum Brand eines Holzhauses in einem schlecht zugänglichen Waldgebiet in der Nähe des Campingplatzes in Raestrup gerufen. Dort hatten sich nach Angaben der Polizei mehrere Personen aus Telgte und Münster im Alter zwischen 24 und 54 Jahren zu einer Weihnachtsfeier in einem Ferienhaus getroffen. Da es zu dem Objekt keine Stromversorgung gibt, wurde ein Aggregat benutzt, welches nach einiger Zeit aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geriet. Beim Versuch, das Gerät zu löschen, verletzten sich vier Personen leicht. Ein Mann trug zudem schwere Brandverletzungen davon.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte aus Telgte durch Kräfte des Löschzuges Everswinkel und des Löschzuges Alverskirchen der Freiwilligen Feuerwehr Everswinkel. Im weiteren Verlauf des Einsatzes versorgte das DRK Everswinkel die Einsatzkräfte vor Ort. mit 200-300 Bockwürstchen. Insgesamt waren für den Brand in Raestrup ca. 100 Einsatzkräfte im Einsatz. Daneben waren 5 Rettungswagen und eine Notärztin zur Versorgung der verletzten Personen im Einsatz sowie Kräfte der Polizei. Kreisbrandmeister Heinz Jürgen Gottmann machte sich perönlich ein Bild des Einsatzsgeschehens vor Ort.

Holzgebäude geriet in Brand

Während die Leichtverletzten zur weiteren Behandlung in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht wurden, riefen die Rettungskräfte für den schwer Verletzten einen Hubschrauber zur Hilfe. Dieser landete wenig später auf dem Berdelflugplatz und brachte die Person in eine Spezialklinik.

Durch den Brand geriet nach Angaben der ermittelnden Polizeibeamten nicht nur das Stromaggregat, sondern auch ein Holzgebäude in Brand, das direkt an das Ferienhaus angrenzt. Es wurde fast vollständig vernichtet. Am Hauptgebäude selbst entstand nach Angaben der Polizei nur geringer Sachschaden.

Schwierig gestaltete sich für die Feuerwehr die Anfahrt zum Objekt, das lediglich über einen schmalen und zum Zeitpunkt des Brandes stark verschlammten Feldweg zu erreichen ist. Helfer wiesen die Rettungskräfte und Feuerwehr glücklicherweise an der Bundesstraße ein. Auch der Abtransport der Verletzten gestaltete sich aufgrund des Geländes schwierig. Der Transport von Material und Personal wurde durch einen Trecker im Pendelverkehr sichergestellt.

Folgenschwerer Flüssiggas-Austritt

Da sämtliche Kräfte der Feuewehr Telgte im Einsatz waren und dieser noch andauern würde, wurde um 18:55 Uhr der Löschzug Einen der Feuerwehr Warendorf zur Grundschutzsicherung nach Telgte alarmiert. Die Kräfte aus Einen stationierten sich am Gerätehaus Alverskirchener Straße. Gegen 21 Uhr wurde der Löschzug Einen dann zu einem Wohnungsbrand in Telgte alarmiert. In einem Mehrfamilienhaus an der Wolbecker Straße wurde das Weihnachtsgeschenk, eine Shisha-Pfeife, einem 16-Jährigen zum Verhängnis. „Bei dem Versuch, die Kohlen zu erhitzen, trat aus einer Gaskartusche Flüssiggas aus, das auf einen in unmittelbarer Nähe befindlichen Adventskranz traf und diesen entzündete“, heißt es im Polizeibericht Der 16-Jährige erlitt dadurch schwerste Verbrennungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber, der ebenfalls auf dem Berdelflugplatz landete, in eine Spezialklinik geflogen.

Weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Raum befunden hatten, wurden nach Angaben der Einsatzkräfte nicht verletzt. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

 

Text mit Teilen von wn.de, Fotos: Feuerwehr Telgte