Es war das ideale Übungsobjekt: Das Haus der Musik, das in wenigen Tagen abgerissen werden soll, bot bei einer Übung der Feuerwehr Telgte nahezu alles, um die Menschenrettung, Brandbekämpfung und Löschwasserversorgung unter nahezu realistischen Voraussetzungen zu proben. Ein seltener Glücksfall für Gunnar Schlecht, der das Szenario federführend ausgearbeitet hatte und auch die Einsatzleitung übernahm.

An dieser Übung nahmen die Löschzuge Telgte und Westbevern teil. Um in dem abbruchreifen Gebäude einen Brand zu simulieren, wurde das Haus mit mehreren Nebelmaschinen vernebelt und einige Dummys im Gebäude platziert. Zwei Trupps unter Atemschutz wurden zur Menschenrettung ins Gebäude geschickt. Weitere Kräfte retteten eine Person über die vierteilige Steckleiter und eine weitere über die Drehleiter. Zeitgleich wurde eine Wasserversorgung aus der Ems aufgebaut, um den imaginären Brand zu löschen.

Zum Hintergrund: Bereits vor zwei Jahren wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr ein Sachgebiet Ausbildung gebildet. Die Ehrenamtlichen in diesem Bereich sind für die stabsmäßige Planung der technischen Ausbildung und der Führungskräftefortbildung innerhalb der Feuerwehr verantwortlich.

„Die Übung zielte unter anderem darauf ab, die in den vergangenen zwei Jahren organisierte Ausbildung zu evaluieren, um Verbesserungspotentiale zu identifizieren“, so Übungsleiter Gunnar Schlecht. Sechs Fahrzeuge, vier Löschgruppenfahrzeuge zuzüglich der Drehleiter und eines Einsatzleitwagens waren im Einsatz. Ein weiteres Löschfahrzeug stand für mögliche Realeinsätze in Bereitschaft.

Einsatz nach Drehbuch

Inhalt der Übung war die technische Umsetzung der gestellten Aufgaben im Zusammenspiel mit der Führung der Gruppen durch die entsprechenden Verantwortlichen. „Dazu wurden de facto vier einzelne Gruppenübungen zu einer Gesamtlage zusammengefasst und synchronisiert“, erläuterte Schlecht. Im Prinzip ein Einsatz nach Drehbuch.

Das Fazit von Übungsleiter Gunnar Schlecht fiel am Ende positiv aus. „Wir haben sehr gute Erkenntnisse darüber erhalten, welche Teile der Ausbildung schon gut gewirkt haben und wo noch Mängel und Nachsteuerungsbedarf vorhanden sind“, sagte er abschließend.

Nach Angaben von Gunnar Schlecht, der die Übung federführend ausgearbeitet hatte, ist die Feuerwehr ständig auf der Suche nach Objekten, wo der Ernstfall geprobt werden kann.

 

Text: wn.de